Apothekenkosmetik bei Douglas

 

Apothekenkosmetik bei Douglas 

Untertitel: Ein Plädoyer für die Apothekenkosmetik in der öffentlichen Apotheke

Apothekenkosmetik bei Douglas in Hamburg. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zumal ich es mir zur Gewohnheit mache, mindestens einmal im Monat nach Hamburg zu fahren, mich dort von der Stadt, dem Trubel, der Internationalität inspirieren zu lassen. Diesmal also stand zusätzlich ein Besuch in der ersten Douglas pro Filiale deutschlandweit in Hamburg Eppendorf an.

 

Vor dem Store die freundliche Begrüßung durch einen Türsteher, danach ein sehr heller, lichtdurchfluteter Raum mittlerer Größe. Auf der linken Seite die Apothekenkosmetik:

VICHY, EUCERIN, ROCHE POSAY…..

 

In meiner Eigenschaft als Apothekerin hat mich der Anblick irritiert. Das ist beschönigt ausgedrückt… Was wollen wir (die Apothekenwelt) uns eigentlich noch gefallen lassen?  DM, Rossmann, Bundni….Und wie sie alle heißen…Arzneimittel im Internet..Und nun Apothekenkosmetik bei Douglas. 

Ich bin mit einer der Damen ins Gespräch gekommen. Sehr nett. Sehr aufgeschlossen. Sehr kompetent. Es war keine Grundvoraussetzung für eine Anstellung eine PTA-Ausbildung zu haben. Daher sei lediglich eine Kollegin PTA. (Auf den Namensschildern übrigens keine Berufsbezeichnung). Die Frage, woher sie die Waren beziehen, beantwortete sie sehr gut geschult: „Ich verkaufe die Ware. Mit dem Einkauf habe ich nichts zu tun. Sie können sich gerne an die Geschäftsleitung werden.“ Sehr geschmeidig. Sehr glatt. Sehr einfach. 

Fazit: Der Store hat mir gut gefallen. Die Umsetzung ist gut. Das Personal geschult. Die Idee, die sich dahinter verbirgt behagt mir persönlich gar nicht.

Einen Teil der verbleibenden „Thinking Time“, die ich gerne mit den Besuchen in Hamburg verknüpfe,  habe ich dann logischerweise im Anschluss darauf verwendet zu überlegen, was die eigentliche Kernkompetenz des Apothekenpersonals ist: Laut Gesetzestext als Arzneimittelfachmann/-fachfrau für die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung zuständig zu sein. O.k. So weit, so gut. Wir bringen dazu ein riesiges Wissen mit in den Beratungsalltag. Schütteln es, bei Bedarf im Minutentakt im Beratungsalltag aus dem Ärmel. Und dieses Wissen beschränkt sich nicht nur auf die Arzneimittel allein, sondern auch auf all das, was damit zusammenhängt. (Das Wissen ist so gut, dass selbst Douglas an einer PTA nicht vorbeikommt…!) Denn wir können eben auch die Pflege der Haut beraten…Und das tun wir. Mit Apothekenkosmetik. Die in der Apotheke beraten und gekauft wird. Und das bitte schön auch in Zukunft. Umfassende Beratung, die honoriert werden darf. Und soll. Und muss. Wenn sie weiterhin auf hohem Niveau stattfinden soll. Und die Apotheke sich nicht auf eine reine Abgabestation von Arzneimitteln reduzieren und beschränken lassen will. Das darf einfach nicht passieren. Dazu können, wissen und leisten wir alle in der Apotheke einfach zu viel. Dass wir darüber hinaus ebenfalls die Patience Compliance erhöhen, soziale Begegnungen emphatisch auf Höchstniveau managen und uns nicht scheuen weit über das geforderte Maß an Beratung hinauszugehen, ist etwas, das wir in der Zukunft meines Erachtens noch sehr viel bewußter betonen sollten. 

Ich kann den Ansatz von Douglas verstehen. Aber nicht gutheißen. Also ihr lieben Apotheker: was sagt Ihr zu Apothekenkosmetik bei Douglas?

Untertitel: Ein Plädoyer für die öffentliche, niedergelassene, inhabergeführte Apotheke, die Apothekenkosmetik verkauft, die es ausschließlich in der Apotheke zu kaufen gibt 

 

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